Smartphone oder Kamera – Samsung kann beides! Die Samsung Galaxy Camera ist eine Kamera mit Smartphone-Funktionen, und damit eines der ersten Geräte auf dem Markt. WLAN, Mobilfunk, Touchscreen und Android – die Galaxy Kamera (Samsung Galaxy Camera) hat einiges zu bieten. Ob die Bildqualität mit der hohen Ausstattung mithalten kann, verrät unser ausführlicher Test.

Die Android Kamera

Eine neue Spezies entsteht

Jedes Smartphone verfügt mittlerweile über eine integrierte Camera, vor einigen Jahren war dies ein regelrechtes Kaufargument. Das Handy ist fast immer ein treuer Begleiter – sei es auf dem Weg in den nächsten Supermarkt oder in den Urlaub. Eine Kamerafunktion ist daher mehr als nur praktisch, entstehen dadurch doch immer wieder interessante Fotos und Video`s. Aussagen wie “h��tte ich doch jetzt eine Camera zur Hand” gibt es nicht mehr. Doch mehr als Schnappschüsse sind mit den Objektiven in der Regel nicht machbar – vor allem bei Dämmerung und schlechten Lichtverhältnissen sind die aufgenommenen Bilder von schlechter Qualität.

Samsung schlägt als einer der ersten Hersteller einen anderen Weg ein und bringt eine Camera in den Handel, welche über all die praktischen Fähigkeiten eines Smartphones verfügt und trotzdem für gute Fotos sorgen soll. Wie sich die Kreuzung aus Digitalkamera und Smartphone in der Praxis schlägt, zeigt unser Test.

Üppige Ausstattung

Als Betriebssystem setzt Samsung bei der Galaxy Kamera auf Android in der Version 4.1 alias Jelly Bean. Ein Update auf die aktuelle Version 4.2 wird sicherlich noch folgen. Dank des verbauten Quad-Core-Prozessors mit einer Taktrate von 1,4 GHz pro Kern läuft Android überaus flüssig und ohne merkbare Aussetzer.

Die Samsung Galaxy Camera bietet (fast) alle Funktionen eines herkömmlichen Smartphones: Apps herunterladen und installieren, Spiele spielen, per GPS navigieren oder einfach im Web die neusten News lesen – lediglich auf Telefonieren und SMS-schreiben muss der Anwender verzichten. Dafür gibt es jedoch auch Alternativen, wie z.B. Skype oder WhatsApp. Jedoch sieht man sein gegenüber bei der Videotelefonie nicht da man in das Kameraobjektiv schauen muss, was nat������rlich sehr gewöhnungsbedürftig ist. Mit den entsprechenden Apps ausgestattet verfügt die Android Kamera sozusagen über sämtliche Funktionen, wie sie auch ein Smartphone anbietet. Ebenso bietet die Samsung Galaxy Camera Zugriff auf ����ber 600.000 Apps aus dem Google Play App Store.

Weitere interessante Funktionen durch diverse Apps

Zum Beispiel lassen sich mit der App HDR-Camera drei unterschiedlich belichtetet Fotos hintereinander machen welche die App dann mit umfangreichen Kontrastumfang als ein Foto speichert.

Auch eine interessante Funktion ist die Bedienung durch Sprachsteuerung. So l��sst sich zum Beispiel durch die Sprachkommandos “Größer” und “Kleiner” der Zoom Modus in Gang setzen.

50 GB Online-Speicher

Die Fähigkeit ins Internet zu gehen, hat Samsung genutzt, um die Galaxy Kamera mit 50 GB kostenlosem Dropbox-Speicherplatz auszustatten. Für alle Leser, denen die App Dropbox kein Begriff ist – Dropbox ermöglicht das Speichern von Dateien (Bilder, Video`s, Lieder, etc.) im Internet, um auf diese von überall aus zugreifen zu können. Schießt man also mit der Samsung Galaxy Camera ein Bild, so wird dieses automatisch mit dem Dropbox-Konto synchronisiert. Praktisch: Falls die Speicherkarte mal einen Defekt haben sollte, sind keine Fotos verloren. Diese Funktion werden Journalisten sehr zu schätzen wissen, schließlich spart man sich so den umständlichen Weg über das Laptop, um Bilder schnell an den Arbeitgeber zu versenden. Ob dafür die Bildqualität ausreicht, werden wir an späterer Stelle erl��utern. Eine andere Möglichkeit waren bisher Digitalkameras mit integriertem WLAN-Empf��nger – an die umfangreiche Ausstattung der Samsung Galaxy Camera kommen diese Geräte natürlich nicht.

Datenraten von bis zu 21 Mbit pro Sekunde

Die Samsung Galaxy Camera verfügt im Bereich WLAN über den herk����������mmlichen n-Standard, der sowohl im 2,4- wie auch im 5-GHz-Bereich arbeitet. Interessanter ist jedoch die Möglichkeit, SIM-Karten in die Galaxy Kamera zu stecken. Unterstützt werden Übertragungsraten im HSPA+-Netz mit bis zu 21 Mbit pro Sekunde. Somit lassen sich Fotos kinderleicht sofort im Internet veröffentlichen.

Nutzer, die sich nicht mit Cloud-Computing anfreunden können und private Fotos ungern im Internet speichern möchten, können aufgenommene Fotos mit der Samsung Galaxy Camera auch per E-Mail verschicken. Neben Dropbox und E-Mail verfügt die Android Kamera auch über weitere Schnittstellen, wie unter anderem Facebook, Picasa oder Instagram, zum schnellen und bequemen Foto-Austausch. Samsung spendiert seiner Android Kamera selbstverständlich auch sein eigenes Ökosystem zum Synchronisieren von Bildern, bestehend aus den Apps AllShare und Kies. In unserem Praxistest funktionierten diese Features vollkommen problemlos und sollten für jeden Anwender klar verständlich aufgebaut sein.

Die Galaxy Kamera wirkt auf Fotos kleiner als sie tatsächlich ist

Android Kamera Hochformat

4,7 Zoll misst das Display der Android Kamera in der Breite, damit ist es lediglich 0,1 Zoll kleiner als das derzeitige Flaggschiff von Samsung – das Galaxy S3. Bei der Auflösung kommt die Samsung Galaxy Camera auf 1.280 x 720 Pixel. Die rund 12 Zentimeter lange Bildschirmdiagonale erleichtert dank seiner Größe die Bedienung der Galaxy Kamera ungemein, schließlich werden nahezu alle Funktionen über das Display gesteuert. Samsung hat lediglich für den Ein-/Aus-Knopf, den Zoom, die Blitztaste sowie den Auslöser eigene Buttons spendiert. Die Anordnung der Knöpfe und Schalter ist gut gelungen, so dass diese ohne Verrenkungen der Finger zu erreichen sind. Einzig der leichte Spiegelungseffekt bei direkter Sonneneinstrahlung st����rt bei der Bedienung über das Display ��� mit diesem Manko haben jedoch so gut wie alle Smartphones zu kämpfen.

Insgesamt hinterl��sst die Verarbeitung der Android Kamera einen recht wertigen Eindruck. Dank der kleinen Wölbung an der rechten Seite liegt die Samsung Galaxy Camera auch gut in der Hand.

Mit einer Breite von 13 Zentimeter und einer Höhe von 7 Zentimeter ist die Galaxy Kamera recht klobig, hinzu kommt ein Gewicht von 300 Gramm. Vergleichbare Smartphones wiegen in der Regel über die Hälfte weniger als die Samsung Galaxy Kamera. Das schränkt die Mobilität der Galaxy Kamera ein wenig ein, zudem fühlt sich das Gerät durch die Wölbung unangenehm beim Tragen in der Hosentasche an. Wir empfehlen daher einen Rucksack oder eine Tasche für den Transport der Samsung Galaxy Camera.

Bildqualität ist vergleichbar mit 200-Euro-Digitalkameras

Kommen wir nun zu dem wichtigsten Teil einer Camera – der Bildqualität. Was nützen die besten Online-Features, wenn die Camera nur mittelm��ßige Fotos schießt? Auf dem Datenblatt vermerken wir zunächst ein CMOS-Chip im Kleinbildformat mit ordentlichen 16 Megapixel. Moderne Smartphones lösen meist mit maximal 8 Millionen Bildpunkten auf, damit liegt die Samsung Galaxy Camera deutlich vorne. Das Objektiv schafft leichte Weitwinkel von 23 mm bis hin in den Telebereich mit Brennweiten von bis zu 483 mm – dem 21-fachen optischen Zoom sei Dank.

Der manuelle Zoom mit Drehrad arbeitet angenehm flüssig, könnte allerdings etwas schneller sein. Gleiches gilt für den Autofokus, welcher auf zwei unterschiedliche Arten aktiviert wird: Entweder klassisch per Fingertipp auf den Auslöser oder per Auswahl über den Touchscreen. Leider gibt es für die Motivabbildung keinen konventionellen Sucher mehr, das Bild wird nur noch über den 4,7-Zoll-Bildschirm dargestellt. An sich ist dies kein Problem, vorbeigehende Menschen können jedoch alles sehen, was aufgenommen wird.

Leider kommen die Aufnahmen über durchschnittliche Digitalkamera-Qualität nicht hinaus. Eine 200-Euro-Digicam schießt vergleichbare Fotos. Allerdings verzeichnen die Bilder der Samsung Galaxy Camera keine negativen Auffälligkeiten. Es sind weder starkes Bildrauschen noch Verzeichnungen im Test festzustellen gewesen. Die kleinste Blende liegt bei f/2,8, wodurch die Schärfentiefe recht eingeschränkt ist. Außerdem ist dadurch das Objektiv nicht sonderlich lichtstark.

Die Samsung Galaxy Camera unterstützt zudem keine Raw-Formate, alle aufgenommenen Fotos landen im jpg-Format auf der mitgelieferten SD-Speicherkarte. Der Speicher kann übrigens auf bis zu 64 GB aufgestockt werden. F����������������������������������������������������������r Hobbyfotografen hat der koreanische Hersteller einige nette Spielereien in die Android Kamera integriert. So gibt es beispielsweise einen Nachtmodus, einen Panoramamodus oder einen Serienmodus. Interessant ist die Funktion, welche Bilder erst dann schießt, wenn alle Personen auf dem Foto lächeln.

Für Videoaufnahmen eignet sich die Samsung Galaxy Camera nat��rlich auch. Die Auflösung für Video`s kann zwischen 1080p, 720p und 768 x 512 Pixel frei gewählt werden. Umso niedriger die Auflösung ist, desto höher sind die Bildraten. Wir empfehlen mit 720p zu drehen – dies schien im Test der optimale Kompromiss aus Auflösung und Frameraten zu sein. Natürlich kann die Kamera auch Video`s in Full HD aufnehemen.

Samsung bringt 2014 wieder neue Modelle der Camera auf den Markt. Bereits im Februar stellt Samsung die Galaxy Camera 2 vor. Die in etwa 450 € kosten soll.

Was sich Samsung für 2014 noch alles einfallen lässt, das wird sich zeigen. Seit gespannt.

Fazit

Mit der Android Kamera hat Samsung die bisher beste Internet Camera auf den Markt gebracht, leider aber auch nicht mehr. Nutzer müssen bei der Bildqualität einige Kompromisse eingehen. Bei den Smartphonefunktionen bleibt hingegen kaum ein Wunsch offen. Wer eine gute Camera mit praktischen Internetfeatures sucht, ist mit der Samsung Galaxy Camera gut beraten.